Willkommen im Bunny-Village

Private Tierschutzinitiative für Kaninchen

 Zum Wohle der Tiere - Eine Heimat für kranke und ungewollte Kaninchen

Das Bunny-Village ist eine privat betriebene und selbst finanzierte Tierschutzinitiative, die heimatlosen, ungewollten, vernachlässigten und kranken Kaninchen sowie Meerschweinchen ein neues Zuhause bietet. Neben der Aufnahme und Pflege besonderer Sorgenkinder hat das Bunny-Village sich zur Aufgabe gemacht, Kaninchen- und Meerschweinchenhalter telefonisch, per E-Mail oder persönlich vor Ort zu beraten und dadurch die Lebensumstände von Kaninchen und Meerschweinchen zu verbessern. Nicht immer kann ich selber handeln, da auch mein Tag nur 24 Stunden hat. Doch Notfälle werden immer ernst genommen und gegebenenfalls an kompetente Stellen weiter geleitet. Eine gute Kooperation mit verschiedenen Tierschutzvereinen, Kaninchen- und Tierschutzforen und privaten Nothilfen in ganz Deutschland ist mir sehr wichtig. Auch die Zusammenarbeit mit vernünftig geführten Tierheimen und den jeweils zuständigen Amtsveterinären ist für mich selbstverständlich. 

Kranke und verletzte Tiere werden von mir gesund gepflegt, manche gehen nach Hause zurück oder werden in ein neues Zuhause vermittelt. Viele bleiben und dürfen in Gesellschaft von Artgenossen ihr Leben im Bunny-Village genießen. Auch eine vorübergehende Intensivpflege von schwer kranken Kaninchen und Meerschweinchen sowie eine Urlaubsbetreuung ist im Bunny-Village möglich.

Ich biete außerdem Hilfe bei Vergesellschaftungen an, entweder vor Ort oder bei mir zuhause. Bei allen Fragen und Problemen rund ums Kaninchen stehe ich persönlich, telefonisch oder per Mail zur Verfügung. Auch Vermittlungshilfe wird von mir geboten. Jede Beratung und Hilfe ist kostenlos - doch damit das Bunny-Village als Kaninchenschutz-Initiative weiter überleben kann, sind wir auf Hilfe jedweder Art angewiesen! Ob Geldspende, Sachspende, helfende Hände oder Patenschaften: Jede Unterstützung zählt und hilft! Weitere Informationen zu Spendenmöglichkeiten finden Sie in der Rubrik "Hilfe und Spenden". Herzlichen Dank!

Übrigens: Alle Neuigkeiten, Geschichten und Schicksale unserer Schützlinge erfahren Sie regelmäßig auf unserer Facebook-Seite - Bleiben Sie immer auf dem Laufenden!

Sie benötigen selbst Hilfe und Beratung zur Kaninchenhaltung? Kontaktieren Sie mich einfach und wir finden gemeinsam eine Lösung!

Helfen Sie unseren Tieren mit einer Spende!

Sie wollen meine Arbeit unterstützen? Für jede Hilfe bin ich sehr dankbar! Denn nur so können das Bunny-Village und seine Bewohner überleben!

Jetzt dem Bunny-Village helfen unter "Hilfe und Spenden"

Herzlichen Dank! Ihre Silke Rank

Kaninchen und ihre hohen Ansprüche 

Kaninchen sind keine anspruchslosen und einfach zu haltenden Kuscheltiere! Durch ihre besondere Anatomie, ihren hoch-empfindlichen Verdauungstrakt und ihrem extrem spezialisierten Gebiss gehören sie zu den anspruchsvollsten Tieren in der Heimtierhaltung! Jedes ist anders, hat seine (Kranken)geschichte, seinen eigenen Charakter und ganz besondere Ansprüche. Viel zu häufig werden Kaninchen immer noch für Kinder angeschafft, ohne Artgenossen entweder allein oder zu einem Meerschweinchen in einen kleinen Stall oder Käfig gesperrt, eine Zeit lang geliebt und umsorgt, dann vernachlässigt, vergessen, ausgesetzt oder abgegeben. Kaninchen leiden stumm, wenn sie einsam oder krank sind und sie zeigen Schmerzen kaum bis gar nicht an.

"Es geht ihm gut, er beschwert sich ja nicht!" Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Viele Bewohner des Bunny-Village haben ein schlimmes Schicksal hinter sich, kamen ungewollt auf die Welt, weil die Halter ihrer Eltern die Kastrationskosten sparen wollten, wurden ausgesetzt, waren krank oder schwer verletzt, hatten Schmerzen.

In meinem Außenbereich leben Kaninchen, die inzwischen weitgehend gesund sind. Sie kamen ausnahmslos aus verschiedenen Notfällen zu mir. Miffi lebte in einem Meterkäfig in einem dunklen Schuppen, war völlig verfilzt und bissig. Clausi war für ein Kleinkind angeschafft worden und verhielt sich als unkastrierter Rammler plötzlich anders, als man es von ihm erwartete. Er kam mit Milben und einer schlimmen Verletzung ins Bunny-Village. Pina saß in Niedersachsen zur Vermittlung bei einer Meerschweinchenzüchterin, sprang in ein Meerschweinchengehege, tötete zwei Tage später ein Meerschweinchen und verletzte andere schwer. Sie sollte sofort weg, am liebsten hätte man "sie an die Wand geklatscht". Dies sind nur drei Schicksale, meine anderen Kaninchen machten ähnliches durch. Im Haus leben meine ganz besonderen Sorgenkinder und Pflegefellchen in verschiedenen Gruppen. Lernen Sie einige von ihnen kennen und nehmen Sie Anteil an ihrem Schicksal.


Vermittlung von Kaninchen

Sie möchten Kaninchen ein Zuhause bieten und haben sich mit artgerechter Haltung und Ernährung befasst? Ihnen ist bewusst, dass Kaninchen mindestens zu zweit gehalten werden sollten, dass die handelsüblichen Ställe und Käfige nicht genug Platz bieten, dass pro Kaninchen mindestens 3 m² Lauffläche zur Verfügung stehen sollte, dass Kaninchen regelmäßig gegen Myxomatose und RHD 1+2 geimpft werden müssen und nicht selten hohe Tierarztkosten verursachen? 

Ihnen ist ein Kaninchen gestorben und das Partnertier ist nun allein und trauert? Bitte gehen Sie nicht zum Züchter oder in die Zoohandlung! Unterstützen Sie keine Qualzuchten! 

Angora-Kaninchen Wurzel kam so verfilzt ins Bunny-Village, dass er vom Tierarzt in Narkose geschoren werden musste.

Unterstützen Sie angesichts des Leids unzähliger heimatloser Tiere nicht die verantwortungslose Vermehrung! 

Gehen Sie ins Tierheim oder suchen Sie Ihren Liebling auf den Vermittlungsseiten verschiedener Kaninchen- oder Meerschweinchenforen.

Für den Kreis Segeberg wenden Sie sich bei allen Fragen und Problemen rund um die Vermittlung gerne an den Tierschutz Bad Segeberg (04551/6551). 

Im Tierheim Segeberg finden Sie viele Kaninchen, die auf ein neues Zuhause warten!   


Kaninchen mit Behinderungen

Behinderungen finden leider oft im Kopf der Menschen statt - sie sind die unvollkommensten Wesen dieser Welt, aber die einzigen, die nach ständiger Perfektion streben. Auch Tiere mit körperlichen Einschränkungen können ein schönes, artgerechtes Leben führen, mit unserer Hilfe.  

Claudia Wacker 

Meine Freundin Gabi Bergs hat sehr treffende Worte gefunden, um mitfühlenden Menschen sowie Menschen voller Vorurteile das Leben behinderter Kaninchen näher zu bringen. Auf der Bunny-Ranch und im Bunny-Village leben oder lebten viele Kaninchen mit Behinderungen.

Auch behinderte Tiere haben ein Recht auf Leben !! 

Bunny-Ranch und Bunny-Village geben immer wieder Handicap-Kaninchen ein Zuhause. Davon sind viele Kaninchen in der Vergangenheit und auch jetzt z.B. an Encephalitozoon cuniculi erkrankt.

Einige von ihnen halten den Kopf manchmal mehr als 90 Grad schief. Uns wurde in der Vergangenheit oft gesagt, wir seien bescheuert, solche kranken Tiere aufzunehmen, es wäre doch viel einfacher ihnen die Spritze geben zu lassen, wir hätten dann weniger Arbeit, und die Tiere müssten nicht leiden. Auch ist es anscheinend in den Augen vieler Menschen falsche Tierliebe, ja sogar Tierquälerei, Kaninchen mit Behinderungen am Leben zu lassen. Immer wieder fragen wir uns, woher diese Menschen ihr Wissen nehmen. Es erstaunt und erschreckt uns, wie schnell solche Vorurteile und Barrieren entstehen und dass die Menschen sich nicht einmal die Mühe machen (wollen), diese Tiere (und den Menschen, der dahinter steht) kennenzulernen um dadurch zu lernen, Barrieren abzubauen.

Unsere kleinen Schiefköpfe, wie wir sie liebevoll nennen, haben alle ein glückliches und zufriedenes Leben, soweit es ihre Behinderung zulässt. Sie können nicht geradeaus hoppeln, wie auch, wenn der Kopf schief ist, da geht es nur in Kreisform. Wenn sie zu schnell irgendwohin hoppeln wollen, kann es passieren, dass sie umkippen und kurz anfangen zu rollen, bis sie ihr Gleichgewicht wieder finden.  Wir erleben es immer wieder und sind fasziniert, wie diese Tiere ihre Behinderung annehmen und mit ihr völlig unkompliziert leben. Babybär und Milou von der Bunny-Ranch z.B. kennen es nicht anders, beide waren noch sehr klein, als diese Krankheit erstmalig aufgetreten ist. Ihre Partnerinnen, die an E.c. erkrankt sind, aber unter anderen Auswirkungen leiden, leben mit ihnen viel intensiver, und sie haben nach Gabis Beobachtungen einen liebevolleren Umgang miteinander.

Das eigentliche Problem bei Behinderungen, und dazu zählt auch der Umgang mit einem behinderten Menschen, ist nicht seine Behinderung, sondern dass er in den meisten Fällen von der Umwelt behindert wird. Eine Behinderung ist leider immer noch ein Tabuthema und manch ein Mensch mag, vor lauter vorgeschobenem Mitleid, nicht damit konfrontiert werden. Die Gesellschaft möchte Perfektion und alles, was da nicht "rund" ist, ist eben nicht "normal"

"Das ist so furchtbar, der tut mir so leid, das kann ich gar nicht mit ansehen", wird gesagt, ohne, dass Menschen sich die Mühe machen, das betroffene Tier kennenzulernen und zu erleben. Wer sich allerdings die Mühe macht, genauer hinzuschauen, wer MIT behinderten Kaninchen und FÜR sie lebt, der merkt sehr wohl, wie sehr diese Schätze am Leben hängen und das Leben genießen.

Gabi und ich freuen uns, dass es mittlerweile viele engagierte Menschen gibt, die sich sehr gut um behinderte Kaninchen kümmern. 

Gabi Bergs - für das Bunny-Village verändert: Silke Rank

Buchempfehlung zum Thema: 

Mit Genehmigung des Verlags zitiere ich aus folgendem Buch:
Lucile C. Moore, Kathy Smith (2008, Santa Monica Press)
When Your Rabbit Needs Special Care - Traditional and Alternative Healing Methods

Chapter 6
Coping with paresis and paralysis in your rabbit 

"... The prognosis will vary, depending on what is causing the paresis/paralysis and to what extent it has developed.
Whether the condition is permanent or temporary, rabbits with paresis or paralysis will require a great deal of care.
They will need extra grooming; possibly require expression of the bladder; need to be fed cecotrophs; given medications; and be constantly monitored for gastrointestinal trouble, pressure sores, flystrike, and urine burn. Yet despite all these issues, paralyzed rabbits can still have good-quality lives.
Stephen F. Guida, a volunteer for Brambley Hedge Rabbit Rescue, comments: 

Inside every special-needs rabbit is a normal rabbit constantly trying to be like every other rabbit. They are not burdened by self-pity or the possibilities of what might have been. They do not consume endless hours of wondering "Why did this happen to me?" Their complete and total acceptance of their condition paves the way for them to have as high a quality of life that they can, given their situation.

However, not everyone will share this view. One issue that may arise when caring for a paralyzed rabbit is the reaction of others, including veterinarians. There are those who feel the "humane" thing to do is to euthanize a paralyzed rabbit, no matter how healthy the rabbit is otherwise. (It has occured that persons who have cared for severely disabled animals have been turned in for animal cruelty). ...

Übersetzung:

Die Prognose ist unterschiedlich, je nach Ursache und Voranschreiten der Muskelschwäche/Lähmung. Unabhängig davon, ob der Zustand dauerhaft oder vorübergehend ist, benötigen Kaninchen mit Muskelschwäche/Lähmung sehr viel Fürsorge. Sie benötigen zusätzliche Pflege, möglicherweise muss ihre Blase ausgedrückt werden, sie müssen evtl. mit Blinddarmkot gefüttert werden, brauchen Medikamente und müssen permanent überwacht werden wegen der Gefahr von Magen-Darmproblemen, Druckstellen, Fliegenbefall und Urinbrand. Trotz all dieser Probleme können gelähmte Kaninchen dennoch ein lebenswertes Leben haben. Stephen F. Guida, ein Freiwilliger des Brambley Hedge Rabbit Rescue, äußert seine Meinung: In jedem Kaninchen mit besonderen Bedürfnissen steckt ein normales Kaninchen, das permanent versucht, wie jedes andere Kaninchen zu sein. Kaninchen belasten sich nicht mit Selbstmitleid oder den Möglichkeiten, die es gegeben hätte. Sie verbringen nicht unendliche Stunden mit dem Nachdenken darüber "Warum ist gerade mir dieses passiert?" Ihr vollständiges Akzeptieren ihres Zustands ebnet ihnen den Weg zu einer ihrer Situation entsprechenden größtmöglichen Lebensqualität. 

Jedoch teilt nicht jeder diese Meinung. Ein Problem, das entsteht, wenn man sich um gelähmte Kaninchen kümmert, ist die Reaktion der anderen, auch von Tierärzten. Es gibt diejenigen, die das "menschliche" Bedürfnis empfinden, ein gelähmtes Kaninchen zu euthanasieren, unabhängig davon, wie gesund das Kaninchen ansonsten ist. (Es ist sogar vorgekommen, dass Menschen, die sich um schwer behinderte Kaninchen kümmerten, wegen Tierquälerei angezeigt wurden.) 

Filmempfehlung zum Thema:

Assisted Living For Special-Needs Bunnies

Kaninchen mit besonderen Bedürfnissen..... bei uns in Deutschland werden sie meist "Kaninchen mit Behinderungen" genannt.

"Special-needs bunnies" erscheint mir passender, lebensbejahender. Das Problem liegt nicht beim Kaninchen, vielmehr muss der Mensch, der für dieses besondere Tier die Verantwortung übernommen hat, sich auf dessen Bedürfnisse einstellen. Allen Interessierten möchte ich eine DVD vorstellen, die sich Kaninchen mit besonderen Bedürfnissen widmet, denn jedes Kaninchen kann plötzlich zum Pflegefall werden, sei es durch Unfall, Encephalitozoon cuniculi oder Wirbelsäulenerkrankungen. 

Nach der tierärztlichen Untersuchung und der medikamentösen Behandlung wird unter Umständen die Prognose auf eine lebenslange körperliche Einschränkung gestellt. Tierarzt und Halter diskutieren die Lebensqualität des Patienten und treffen eine Entscheidung, sei es für die Euthanasie, sei es für die Langzeit-Intensivpflege. Bevor man sich für die Euthanasie entscheidet, sollte man sich die Frage stellen, ob das Kaninchen wirklich leidet, oder ob es sich vielmehr um Leid in den Augen des betrachtenden Menschen handelt.  Bei diesen Gedanken setzt der Film an. Er zeigt auf, woran die Lebensqualität eines behinderten Kaninchens zu erkennen ist und gibt vielfältige anschauliche und praktische Tipps für die Gestaltung des Lebensraums und die tägliche Pflege des special-needs bunny. Ein behindertes Kaninchen, das gerne isst, das interessiert und neugierig auf äußere Einflüsse reagiert und den Kontakt zu Artgenossen genießt, hat bei intensiver Pflege und Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse durchaus eine hohe Lebensqualität. 

Die DVD veranschaulicht geeignete Gehege, Einrichtungsgegenstände, gibt Tipps zur Ernährung, Körperpflege, unterstreicht die Bedeutung menschlicher Zuwendung und vor allem die Gesellschaft von Artgenossen als wichtigste Therapie. Vielleicht wird vom Betrachter einiges kritisch gesehen, vielleicht kann der Film dem ein oder anderen helfen, menschliche Empfindungen, z.B. Selbstmitleid, nicht auf das Kaninchen zu projizieren, Vorurteile abzubauen, Ängste zu überwinden und für das besondere Kaninchen zu kämpfen. 

Auf jeden Fall wird die unendlich große Liebe zu den hilflosen Geschöpfen deutlich, ihr Leben erfährt eine einzigartige Wertschätzung.

Silke Rank  

Der Tierschutzgedanke hinter der Arbeit 

"Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit" - Albert Schweitzer

Tierschutz ist für mich kein Diskussionsthema, sondern eine Lebens-einstellung. Tierschutz ist kein Reden, sondern Handeln. Jedes Tier hat ein Recht auf Leben, jedes Tier hat ein Recht darauf, geachtet zu werden. Jeder Mensch kann in seinem Alltag Tierschutz leben. Schon als Kind nahm ich Schnecken und Käfer von der Straße, damit sie nicht überfahren werden. Spinnen werden rausgesetzt, nicht getötet. Vögel, die gegen die Fensterscheibe geflogen sind, werden gehalten und gewärmt, bis sie sich erholt haben. Igelbabys, die im Herbst noch viel zu leicht sind, um den Winter zu überstehen, dürfen im Gewächshaus überwintern. Hornissen, Wespen und Bienen werden weder vertrieben noch getötet. Sie tun uns nichts! Wespen und Hornissen dürfen bei uns ihre kunstvollen Nester bauen, denn sie sind von der Varroa-Milbe und durch Pestizide bedroht. Schon Kinder können lernen, wie kostbar das Leben der Insekten ist. Unser Garten ist naturbelassen und bietet unzähligen Tieren ein Zuhause. Ich kaufe bewusst ein und lebe vegan. Wenn ein Fundkaninchen Junge bekommt, gebe ich ihnen ein Zuhause. Ich nehme ein verhaltensgestörtes, bissiges Kaninchen auf, weil das Tierheim es nicht vermitteln kann. Ich überrede Nachbarn, mir ihren unkastrierten Rammler anzuvertrauen, den die Tochter nicht mehr haben möchte. Er wird kastriert, mit einem Pflege-kaninchen vergesellschaftet und bekommt ein neues Zuhause. Ich kämpfe wochenlang um Kaninchen Molli, als sie an Enzephalitozonoose erkrankt. Ich merke Molli an, dass sie leben möchte, obwohl sie lange nur in einer Transportbox hausen kann wegen ihrer heftigen Drehanfälle. Molli übersteht die akute Phase und lebte noch einige Monate glücklich zusammen mit ihrem Partner Schlappi. Ein Mädchen aus dem Dorf hat eine Kaninchenfamilie, die Rammler alle unkastriert. Ich organisiere Geld für die Kastrationen, mache Tierarzttermine, fahre mit den Kaninchen in die Praxis und übernehme die Nachsorge bei mir Zuhause. Das Mädchen wird intensiv beraten, so dass alle Kaninchen später besser gehalten und ernährt werden. Das alles ist für mich nichts Besonderes, sondern normaler Alltag. Ähnliches kann jeder von Ihnen täglich tun, um Tieren zu helfen. Niemand muss spektakuläre Taten vollbringen. Aber jeder sollte genau hinsehen, vielleicht sogar beraten und informieren. Tierschutz fängt in den eigenen vier Wänden, auf dem eigenen Teller, auf dem eigenen Grundstück und in der Nachbarschaft an. Wir alle können lernen, täglich aufs Neue darauf zu achten, wie es unseren Mitgeschöpfen geht. 

Denken Sie einfach mal darüber nach, ob unsere Kinder einen Zirkus besuchen müssen, in dem Tiere gegen ihren Willen dressiert und vorgeführt werden. Meiden Sie den Besuch von Heimtiermessen, Kleintier- und Bauernmärkten. Überdenken Sie Ihren Fleischkonsum. Wenn wir alle bewusster leben und genauer hinsehen, können wir gemeinsam eine Menge erreichen! Solange Kaninchen mit Enzephalitozoonose zum Einschläfern beim Tierarzt abgegeben werden, weil die Besitzer sich und ihren Kindern den Anblick nicht mehr zumuten mögen, solange Kaninchen mit unvorstellbarer Zahnfehlstellung sich quälen und grausam verhungern müssen, weil niemand es für nötig hält, mit ihnen zum Tierarzt zu gehen, solange Katzenbabys ertränkt, an die Wand geklatscht oder lebendig begraben werden, weil die Menschen kein Geld für Kastrationen ausgeben wollen, solange Meerschweinchen einsam in lauten Kinderzimmern gehalten, als Kinderspielzeug missbraucht oder einfach ausgesetzt werden, solange muss es "verrückte" Menschen wie mich und viele andere geben, die hinsehen, erkennen und handeln.

Gehen Sie mit offenen Augen und Ohren durch die Welt! Sehen Sie genau hin, erkennen und handeln Sie! Tierschutz bedeutet manchmal auch, NEIN zu sagen. Nein, wenn die Kinder gerne ein süßes kleines Kaninchen haben möchten, man aber keinen Platz für die artgerechte Haltung von mindestens zwei Kaninchen hat. Nein zu Spontankäufen in der Zoo-handlung! Nein zum Pelzmantel! Nein zu Kosmetikprodukten, für die Tierversuche gemacht wurden! Natürlich können wir nicht alle Tiere dieser Welt retten. Aber wir können es täglich aufs Neue versuchen! 

Scheuen Sie sich bitte auch nicht, Ihren Amtsveterinär, den ortsansässigen Tierschutzverein, einen Kaninchenschutzverein oder eine private Tierschutzinitiative wie das Bunny-Village auf vernachlässigte einsame, kranke und stumm leidende Kaninchen in Ihrer Nachbarschaft aufmerksam zu machen 

Ihre Silke Rank

Ein Tierschutzgedicht zum Nachdenken

Tierschutz, als unbequem bekannt,
wird lächelnd Spinnerei genannt
Wen kümmert denn ein Hund, der friert,
an kurzer Kette vegetiert?
Wen Katzen, die, kaum produziert,
Verkehr und Jäger dezimiert?

Was regt man sich unnötig auf,
weil angeboten zum Verkauf
und Lockmittel für manch ein Kind
Tiermassen auf dem Markte sind,
die, wenn der Neuheit Reiz vorbei,
man weitergibt, von Skrupel frei.

Wen stört´s, wenn dann auf Inserate
ein Händler wieder Zugriff hatte
sich tarnt, er hätt den besten Platz
für diesen süßen Katzenschatz,
das Tier nach qualvollem Transport
ausliefert dem Versuchstiermord?

Was tut´s, wenn für das Wohl der Menschen
Millionen Tiere schmerzvoll enden?
Warum nicht erst an Tieren testen,
was wir nicht selbst erdulden möchten?

Wenn Menschenmord als Schwerverbrechen
geahndet wird, warum nicht rächen,
an Wesen, die nur wehrlos zucken,
noch besser: frei von Schuld begucken.
Wie man im Film ersticht, zertritt
vom Tier zum Mensch - ein winziger Schritt!

Was macht es schon, wenn alles Vieh,
jetzt produziert in Batterie
auf engstem Raum , wo`s hingestellt,
nur für Profit und Nutzen zählt,
sich einmal frei bewegen kann,
auf seinem letzen Schlachthofgang?

Man weiß zudem, das Glück der Erde
liegt auf dem Rücken unsrer Pferde.
Da Gnadenbrot sich nicht rentiert,
zum Schlachten man sie exportiert.
Ihr Jammer ist bestimmt vergessen,
wenn wir Importsalami essen.

Auch weiß ein jeder ganz genau:
bei uns zählt nur mit Pelz die Frau.
Was fragt man nach der Tiere Zahl,
bei einem Nerz der ersten Wahl?

Was interessiert man sich so sehr
Für Robbenmord im fernen Meer,
für Hunde auf den Philippinen,
die totgequält zum Mahle dienen,
für Stierkampf, dieses Volksvergnügen
wo chancenlos die Tiere unterliegen?

Wer selbstlos für ein Tier tritt ein,
muss irgendwie suspekt doch sein!
"Sorgt erst für Menschen" hört man sagen.
Man ist versucht zurück zu fragen,
was denn der Vorwurfsvolle tat,
wieviel er schon geholfen hat?

Man ist erfreut, dann zu erfahren,
er spendet schon seit ein paar Jahren
zum guten Zweck ein Jahreslos.
Die Preise, die es gibt, sind groß.
Darauf wird kläglich er verstummen,
denn aktiv helfen nur die "Dummen".

Was da als Spinnerei verlacht,
der Menschheit alle Ehre macht,
denn Tierschutz macht im Kleinen gut,
was menschliche Zerstörungswut
an der Natur im Großen schändet,
weil Menschheit vom Verstand geblendet
meint alles liegt ihr nur zu Füßen,
vergisst, dass sie es selbst wird büßen.

Sigrid Mayr-Gruber


Encephalitozoon cuniculi 

Bei Enzephalitozoon cuniculi (E.c.), auch "Schiefhals" oder "Head Tilt" genannt, handelt es sich um eine äußerst ernste Erkrankung mit unspezifischen Merkmalen. Bitte macht euch mit den Merkmalen gut vertraut, damit ihr notfalls schnell den Tierarzt aufsuchen könnt, denn je zügiger mit der Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Chancen, dass die Nervenschädigungen so gering wie möglich ausfallen und eine vollständige Heilung erfolgt. 

Was ist E. cuniculi? 

E. cuniculi wird hervorgerufen durch einen einzelligen Parasiten, der das zentrale Nervensystem des Tieres befällt. Muttertiere übertragen die Krankheit schon auf ihre ungeborenen Babys. Infizierte Tiere scheiden die Sporen des Erregers über ihren Kot und Urin aus. Die Sporen werden von anderen Tieren aufgenommen. E.cuniculi ist demnach auf andere Tiere übertragbar!

Menschen sind nur gefährdet, wenn sie an einer Immunschwäche leiden. Eine Impfung oder Vorbeugung gibt es nicht.

Haltet eure Tiere so artgerecht wie möglich, denn ein intaktes Immunsystem kann den Ausbruch der Krankheit trotz Vorhandenseins des Erregers verhindern. Beobachtet eure Tiere genau und achtet auf die folgenden Symptome!

Welche Merkmale / Symptome stellt man fest? 

Oft merkt man den Kaninchen erst spät an, dass sie an E.c. erkrankt sind. Folgende Symptome können ein Hinweis auf eine E.c.-Erkrankung sein, sie können aber auch z.B. auf eine Ohrenentzündung hinweisen, weshalb eine gründliche tierärztliche Untersuchung notwendig ist:

  • Das Kaninchen fühlt sich nicht wohl und ist apathisch, müde, lustlos. 
  • Ein Auge fällt zu 
  • Der Kopf wird schief gehalten.
  • Das Kaninchen hat Gleichgewichtsstörungen, kippt beim Putzen um oder läuft im Kreis 
  • Es schüttelt den Kopf oder wirft den Kopf in den Nacken 
  • Lähmungserscheinungen treten auf. Das Kaninchen hinkt, lahmt, zieht die Beine nach
  • In schlimmen Fällen dreht sich das Kaninchen anfallartig um die eigene Körperachse 
  • Das Kaninchen magert ab. Andere Ursachen (Kokzidien, Zahnfehlstellung) wurden ausgeschlossen

  • Das Kaninchen leidet an Darmproblemen mit ungeklärter Ursache 

  • Es leidet unter Schnupfen mit ungeklärter Ursache 

  • Das Kaninchen ist außergewöhnlich schreckhaft 

  • Es reißt die Augen starr auf, die Reflexe der Pupille funktionieren nicht mehr richtig 

  • Das Kaninchen trinkt auffallend viel. Andere Ursachen (Diabetes) wurden ausgeschlossen. Das vermehrte Trinken tritt auf, weil die Nieren geschädigt werden können 

  • Es fallen plötzlich Zähne aus oder brechen ab 

  • Das Kaninchen erblindet 

Diesen Merkmalen kann eine E.c.- Erkrankung zugrunde liegen! Solltet ihr den Verdacht haben, euer Kaninchen könne an E.c. leiden, sucht bitte unverzüglich einen kaninchenerfahrenen Tierarzt auf! Einige der Symptome können nacheinander auftreten, kurz erscheinen und zeitweise wieder verschwinden oder auch gleichzeitig auftreten.

Wie wird E.cuniculi diagnostiziert und behandelt? 

E.c. wird über einen Bluttest nachgewiesen, das sogenannte Differenzialblutbild, welches nur in einem externen großen Labor bestimmt werden kann.

Es gibt den Tuschetest, der nur etwas darüber aussagt, ob der Befund positiv oder negativ ist. Zu empfehlen ist der Immunfluoreszenztest. Es handelt sich hierbei um einen Bluttest mit Bestimmung der Titerhöhe (Antikörper-Bestimmung). Es gibt sehr wenige Labore, die den Immunfluoreszenztest durchführen. Empfehlenswert sind u.a. das SynLab und das Tierärztliche Labor von Dr. Dieter Barutzki.

Da die Auswertung des Tests einige Tage dauert, muss bis zum Vorliegen des Ergebnisses vorsichtshalber sofort mit der Gabe von Panacur (Fenbendazol) sowie einem hochwertigen Vitamin-B-Komplexes begonnen werden! Das akut erkrankte Tier bekommt außerdem ein gehirngängiges Antibiotikum (z.B. Baytril), um Sekundärinfektionen zu vermeiden. Unterstützend kann man dem Kaninchen Cerebrum comp. und Vertigoheel geben. Keinesfalls darf der Tierarzt Cortison geben, da dies von Kaninchen extrem schlecht vertragen wird und zu schweren Leber- und Nierenschädigungen führen kann! Je schneller die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance, die Nervenschädigungen möglichst gering zu halten! Wenn der E.c.-Verdacht am Wochenende oder mitten in der Nacht aufkommt, fahrt bitte sofort zum Not-Tierarzt! Bei E.c. zählt jede Stunde!!!

Umgang mit dem akut erkrankten Kaninchen 

Vor euch liegt nun vielleicht eine lange, anstrengende Zeit, in der ihr viel Geduld, Liebe und gute Nerven braucht. Jede Art von Stress sollte vermieden werden, weil die Krankheit dadurch verschlimmert werden kann. Das erkrankte Tier braucht viel Ruhe und Wärme. Trennt das erkrankte Kaninchen nur von den Partnertieren, wenn es sich durch starke Orientierungslosigkeit oder Rollanfälle selber gefährdet, oder von den anderen angegriffen wird. In schweren Fällen kann eine Begrenzung des Lebensraumes, z.B. in einer gut ausgepolsterten Transportbox, und der Aufenthalt in einem abgedunkelten Raum erforderlich sein. Lasst euch nicht entmutigen, wenn es trotz sofortiger Medikamentengabe in den ersten Tagen zu einer Verschlimmerung der Symptome kommt! Das Panacur braucht oft Zeit, bis es wirkt. Ein Auf und Ab ist ebenfalls typisch für diese Krankheit. Gebt nicht zu schnell auf! Solange das Kaninchen trinkt, frisst und Kotabsatz hat, besteht Hoffnung auf Heilung! Helft dem Tier beim Fressen und Trinken, wenn es allein den Napf nicht mehr findet!  Da E.c.-Patienten oft stark an Gewicht verlieren, kann es eventuell notwendig sein, mit einem Päppelbrei zuzufüttern. Besonders das nach unten gerichtete Auge muss regelmäßig kontrolliert werden! Für weitere Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!

Der nachfolgende Bericht über die E.c.-Erkrankung meiner Molli soll euch Mut und Hoffnung machen. Molli war sehr schwer erkrankt, aber mit viel Geduld und Liebe haben wir die schwere, akute Zeit gemeinsam überstanden. Oft bleiben nach der akuten Phase minimale Einschränkungen zurück, z.B. eine leichte Kopfschiefhaltung. Aber die Tiere kommen damit gut klar und haben trotzdem ein schönes Leben!

Molli:

Mein Zwergwidderweibchen Molli wurde im Sommer 2003 geboren. Sie war immer ein aktives, fröhliches Tier, das mit anderen Kaninchen zusammen in einem 16 m² großen Zimmer, im Sommer auch draußen im Freigehege, lebte. 

Am Abend des 15. März 2006, vier Tage nach der Zusammenführung meiner Gruppe mit zwei Neuzugängen, fiel mir auf, dass Molli sich anders benahm als sonst. Sie fraß sehr wenig und mochte sich kaum bewegen. Ich gab ihr sab simplex und fuhr Donnerstag zum Tierarzt. Molli war leicht aufgebläht und bekam zusätzlich MCP. Da sich ihr Verhalten jedoch nicht veränderte, stellte ich sie am Freitag erneut dem Tierarzt vor. Eine Röntgenaufnahme zeigte, dass ihr Magen normal gefüllt war. Im vorderen Darm war wenig Inhalt, im weiteren Darmverlauf nichts. Ich sollte ihr weiter sab simplex geben, jetzt mit Kontrastmittel gemischt. Meine Tierärztin war ratlos.  Einen Tag später, am 18. März, machte Molli das rechte Auge zu und neigte den Kopf leicht zur Seite. Ihr Allgemeinzustand war nicht gut, allerdings war sie nicht apathisch.  Da ich Schlimmes befürchtete, fuhr ich sofort wieder zum Tierarzt und bekam nun Panacur für Molli. Am Sonntagmorgen bekam ich einen gewaltigen Schreck! Molli hielt den Kopf jetzt deutlich schief und hatte Schwierigkeiten, geradeaus zu hoppeln! Wieder fuhr ich zum Notdienst, und Molli bekam nun zusätzlich zum Panacur noch das Antibiotikum Chloromytecin und Vitamin B. 

Ihre Symptome waren inzwischen schon sehr erschreckend: Sie mochte kaum fressen, hoppelte nur noch wenig, schräg und taumelig. Am Abend des 21. März fing Molli nach der Panacur-Gabe zum ersten Mal an, sich um die eigene Körperachse zu drehen. Es war fürchterlich, von Tag zu Tag eine Verschlechterung ihres Zustandes zu beobachten! Inzwischen fuhr ich mit Molli nicht mehr zum Tierarzt, der Transport war ihr nicht mehr zuzumuten.  Molli hielt sich inzwischen meistens in einer dunklen Ecke des Zimmers oder unter einem Karton auf. Sie wurde immer unsicherer auf den Beinen und die Rollanfälle häuften sich. Die Nacht vom 22. auf den 23. März verbrachte ich im Kaninchenzimmer. Molli hatte ich in eine Transportbox gesetzt, vor der ich lag. Während der Nacht bekam sie mehrere heftige Rollanfälle. Zwischendurch gab ich ihr Wasser und Futter. Am Morgen wollte sie die Box verlassen und wurde sofort von einem anderen Weibchen angegriffen. Die Folge war ein erneuter heftiger Anfall. Ich musste mir also etwas einfallen lassen! Ich baute im Zimmer ein 1 x 2 m großes Gehege auf und quartierte Molli zusammen mit dem ruhigen Böckchen Toffi dort ein.  Mollis Zustand wurde immer dramatischer. Die Rollanfälle häuften sich. Ständig war Wasser verschüttet. Molli wirkte immer erschöpfter und orientierungsloser. Sie fand sich überhaupt nicht mehr zurecht, kippte immer wieder um und konnte sich nicht mehr allein fortbewegen. Ich trennte sie also völlig von den anderen, setzte sie in eine Transportkiste und brachte sie in einen warmen, abgedunkelten Kellerraum. Sie bekam weiter ihre Medikamente. Ich verbrachte die Nächte neben ihrer Box auf einer Matratze. Die Häufung der Rollanfälle war inzwischen so extrem, dass ich kurz davor war, Molli von ihrem Leid erlösen zu lassen. Nach den Anfällen blieb Molli immer völlig verdreht und erschöpft liegen und atmete so schnell, dass ich fürchtete, sie würde sterben. Am 29. März hatte ich das erste Mal ein wenig Hoffnung auf Besserung. Molli hielt ihren Kopf erstmalig wieder, ohne ihn abzustützen. Ich brachte ihr regelmäßig alle drei Stunden Futter und Wasser, auch nachts, denn in die Box konnte ich nicht viel stellen. Sie wirbelte alles um! Da Molli immer dünner wurde, gab ich ihr zusätzlich Critical Care, gemischt mit Möhrenbrei. Das Fressen und Trinken strengte sie sehr an. Sie schlief viel. Jeden Tag machte ich ihre Box sauber. Dabei hielt ich sie mit einer Hand fest auf dem Schoß. Absetzen konnte ich sie nicht, denn sie hätte sofort wieder einen Anfall bekommen. Für ihr geschlossenes Auge bekam ich Augentropfen und jeden Tag musste ich sie säubern, denn sie konnte sich nicht mehr alleine putzen. Einen Rückschritt mussten wir erleben, als Molli ein anderes Antibiotikum bekam. Sie stellte das Fressen ein, und ihre Verdauung funktionierte nicht mehr! Das Antibiotikum wurde sofort wieder abgesetzt und langsam erholte Molli sich wieder. Nach vier Wochen Panacur konnte Molli noch nicht die Transportbox verlassen und fing immer noch sofort an zu rollen, sobald ich sie hinausnahm. Sie musste also zur Medikamentengabe und Reinigung immer sehr gut festgehalten werden! 

Am 17. April machte ich die ersten Fotos von der kranken Molli, denn nun hatte ich wirklich Hoffnung, dass sie es schaffen würde! Nach und nach stellten sich kleine Fortschritte ein. Sie nagte z.B. an der Tür ihrer Box, wenn ich wieder gehen wollte. Oder sie versuchte, sich zu schütteln. Ich fing an, sie tagsüber stundenweise in einem Zimmerkäfig unterzubringen, damit sie langsam das Laufen wieder lernen konnte. Nach sechs Wochen Krankheit konnte Molli schon so energisch an den Futternapf stupsen, dass er mir fast aus der Hand flog. Sie versuchte außerdem, sich wieder selber zu putzen. Als sie wieder mit ihrem Auge zwinkerte, das vorher immer starr aufgerissen war, freute ich mich sehr! 

Am 11. Mai, dem 13. Geburtstag meines Sohnes, war es endlich so weit! Als ich morgens die Tür ihrer Box aufmachte, fraß sie erst ein bisschen und spazierte dann wie selbstverständlich aus der Box heraus, hoppelte neugierig und ohne umzufallen im ganzen Kellerraum umher und schaute sich alles an! Von da an durfte sie regelmäßig Freilauf haben. Da ich Molli nun nachts in den Zimmerkäfig und nicht mehr in die Box sperrte, brauchte ich endlich nachts keinen Wecker mehr zu stellen, denn nun konnte ich Wasser und Futter mit in den Käfig stellen. Seit acht Wochen hatte ich keine Nacht durchgeschlafen, und die neue Situation war völlig ungewohnt! Am 20. Mai setzte ich Schlappi zu Molli in den Kellerraum, und ich war sehr gerührt, als ich die beiden beobachtete. Sie schienen sich sofort wieder zu erkennen und benahmen sich, als wären sie nie getrennt gewesen! Weil die Zusammenführung so problemlos war, setzte ich einen Tag später Stupsi dazu und brachte dann alle drei ins umgestaltete Kaninchenzimmer. Dort wohnten Molli, Schlappi und Stupsi damals. Molli war nur noch wenig schief. Sie war ein fröhliches, munteres, aktives Kaninchen! Sie konnte wieder schnell rennen und benahm sich fast wie ein Kaninchen, das diese schlimme Krankheit nicht durchgemacht hatte. Ihre Bewegungen waren manchmal etwas hektisch und sie konnte nicht mehr ganz so hoch springen wie früher. Sie übersprang aber den Rand einer Katzentoilette problemlos! Die Panacur-Gabe habe ich solange durchgeführt, wie Molli Symptome zeigte. Das war wichtig, da eine begrenzte Gabe-Dauer bei einem so schweren Verlauf nicht ausreichte! Allen betroffenen Kaninchenhaltern soll Mollis Geschichte Mut machen! E. cuniculi ist eine ganz schlimme Krankheit. Doch mit den richtigen Medikamenten, viel Geduld, Zeit, guten Nerven, Optimismus und ganz viel Liebe zum kranken Tier kann man es schaffen!!! Gebt die Hoffnung nicht so schnell auf!!! Kämpft um euer Kaninchen!